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Dea Loher
Dea Loher

2014/2015 Dea Loher

Dea Lohers Bücher und Theaterstücke stellen die existentiellen Fragen nach Sinn, Schicksal und Scheitern. Sie fragen: Was hält uns zusammen, welche Bindungen können wir eingehen, wo können wir Trost finden, aber auch: wo verlaufen Trennlinien, welche Spuren hinterlässt Gewalt in den Köpfen, Seelen und Körpern? Wie gehen wir damit um, an anderen Menschen schuldig zu werden? Dea Lohers Figuren sind verletzte, trauernde, suchende und auch böse Menschen, deren Schicksale kunstvoll, scheinbar zufällig miteinander verwoben werden. Ihre Sprache lässt das Disparate der Wirklichkeit zur Geltung kommen, berührt und verstört, überzeichnet zuweilen ins Grotesk-Skurrile, beobachtet so zartfühlend wie schonungslos – und macht den Blick frei für das Wesentliche.

(aus der Begründung der Jury)

 

Dea Loher, die Tochter eines Försters, wurde 1964 in Traunstein geboren. Der Vorname 'Dea' war ursprünglich nur ihr Künstlername, den sie später durch Namensänderung vor Gericht anstelle von 'Andrea Beate' zu ihrem richtigen Vornamen machte. Sie studierte Germanistik und Philosophiean der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Nach ihrem Studienabschluss als Magister 1988 verbrachte sie ein Jahr in Brasilien. Ab 1990 nahm sie an dem Studiengang Szenisches Schreiben bei Heiner Müller und Jaak Karsunke an der Hochschule der Künste in Berlin teil. Ihr erstes Stück Olgas Raum kam bereits 1991 im Hamburger Ernst Deutsch Theater  zur Uraufführung. Dea Loher lebt und arbeitet heute in Berlin.

Im Oktober 2003 inszenierte Andreas Kriegenburg ihr Stück Unschuld am Hamburger Thalia Theater. Im Juni 2004 folgte Das Leben auf der Praca Roosevelt, uraufgeführt unter der Regie von Andreas Kriegenburg an der Thalia-Studiobühne in der Gaußstraße, das im Herbst 2004 zu Festivals nach Sao Paulo, Porto Alegre und Rio de Janeiro reiste.

Am 2. Februar 2009 verlieh der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, den mit 30.000 Euro dotierten  Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung an Dea Loher. Zugleich berief die Vizepräsidentin der Freien Universität Berlin, Christine Keitel-Kreidt, die Preisträerin auf die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetikam Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität. Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt der Literaturkritiker Lothar Müller. Lisa Hagmeister, Hans Löw und Jörg Pose, Schauspieler vom Thalia Theater Hamburg, ehrten Dea Loher mit einer szenischen Lesung aus ihrem Theaterstück Unschuld.

 

Auszeichnungen

Werke

Theaterstücke]

  • T¦towierung (Uraufführung Ensemble Theater am Südstern Berlin, 1992)
  • Olgas Raum (Uraufführung Ernst Deutsch Theater Hamburg, 1992)
  • Leviathan (Uraufführung Niedersächsisches Staatstheater Hannover, 1993)
  • Fremdes Haus (Uraufführung Niedersächsisches Staatstheater Hannover, 1995)
  • Adam Geist (Uraufführung Niedersächsisches Staatstheater Hannover, 1998)
  • Blaubart - Hoffnung der Frauen (Uraufführung Bayerisches Staatsschauspiel München, 1997)
  • Manhattan Medea (Uraufführung steirischer herbst, 1999)
  • Berliner Geschichte (Uraufführung Niedersächsisches Staatstheater Hannover, 2000)
  • Klaras Verhältnisse (Uraufführung Burgtheater Wien, 2000)
  • Der dritte Sektor (Uraufführung Thalia Theater Hamburg, 2001)
  • Magazin des Glücks (Uraufführungen Thalia Theater Hamburg, 2001-2002)
  • Unschuld (Uraufführung Thalia Theater Hamburg, 2003)
  • Das Leben auf der Praca Roosevelt (Uraufführung Thalia Theater Hamburg, 2004)
  • Quixote in der Stadt (Uraufführung Thalia Theater Hamburg, 2005)
  • Land ohne Worte (Uraufführung Münchner Kammerspiele, 2007)
  • Das letzte Feuer (Uraufführung Thalia Theater Hamburg, 2008)
  • Diebe (Uraufführung Deutsches Theater Berlin, 2010)
  • Am Schwarzen See (Uraufführung Deutsches Theater Berlin, 2012)

Libretto

  • Licht. Oper. Musik: Wolfgang Böhmer (Uraufführung Neuköllner Oper Berlin, 2004)
  • Prosa]
  • Hundskopf, Wallstein Verlag, Göttingen 2005
  • Bugatti taucht auf, Wallstein Verlag, Göttingen 2012