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Nicolas Born
 Nicolas Born

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1978/1979   Nicolas Born
Born (geboren unter dem Namen Klaus-Jürgen Born, 31. Dezember 1937 in Duisburg; † 7. Dezember 1979 in Breese in der Marsch bei Dannenberg im Landkreis Lüchow-Dannenberg) wuchs am Niederrhein nahe Emmerich und in Essen auf, wo er zunächst eine Lehre als Chemigraf machte. Nach ersten Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften wurde er mit Unterstützung Ernst Meisters 1964/65 ins Literarische Colloquium geladen, wo er, unter anderem an dem Gemeinschaftsroman "Das Gästehaus" mitschrieb und für Zeitungen Literatur rezensierte. Im sogenannten Lehrgang Prosaschreiben von Walter Höllerer und Hans Werner Richter wollten sich junge, bisher unbekannte Autoren wie u.a. Hans Christoph Buch, Hermann Peter Piwitt und Peter Bichsel vor allem von der chiffrierten, metaphernreichen Sprache der 50er Jahre abwenden.

Born veröffentlichte 1965 mit "Der Zweite Tag" seinen ersten Roman bei Kiepenheuer und Witsch. 1967 erschien der erste Gedichtband "Marktlage". Er nahm am International Writing Program (IWP) der University of Iowa teil und kehrte nach dem Erscheinen seines zweiten Gedichtbandes "Wo mir der Kopf steht" mit neuen Einflüssen der Pop und Beatlyrik aus Amerika zurück. 1972 erschien bei Rowohlt sein bekanntester Gedichtband "Das Auge des Entdeckers" in dem er dem "Wahnsystem Realität" utopische Glücksmomente gegenüberstellt.

Nach seinem Rückzug in das niedersächsische Wendland, wo er sich gegen ein geplantes atomares Endlager und eine Wiederaufarbeitungsanlage engagierte, schrieb Born den Roman "Die erdabgewandte Seite der Geschichte", der von der Kritik weitgehend als "Ereignis" begrüßt wurde. Borns bekanntester Roman Die Fälschung, der kurz vor seinem Tod 1979 erschien, wurde 1981 von Volker Schlöndorff verfilmt. Fünfundzwanzig Jahre nach Borns frühen Tod gab seine Tochter Katharina Born im Herbst 2004 die Gedichte aus dem Nachlass im Wallstein Verlag neu heraus. Der Band gelangte umgehend auf Platz 1 der SWR-Bestenliste. Im Folgejahr wurde der Band als interessanteste Neuerscheinung im Bereich der Lyrik mit dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet.

Der Wallstein Verlag hat die Briefe von Nicolas Born veröffentlicht. Borns Romane und Lyrik wurden der Kölner Schule, der Naturlyrik und der Neuen Innerlichkeit zugeordnet. Durch den ganz eigenen Ton und die starke Entwicklung, entzieht sich das Werk aber letztlich jeder Einordnung.Axel Kahrs legte 1999 zusammen mit Christiane Beyer das Gedenkbuch „Der Landvermesser“ vor, mit dem an den zwanzigsten Todestag des Autors erinnert wird. Die „Nicolas-Born-Stiftung“ fördert im wendländischen Schreyahn Literatur und Literaturwissenschaft. Zum Gedächtnis an Nicolas Born wurden zwei Nicolas Born-Preise gestiftet. Sein Grab befindet sich in Damnatz (Landkreis Lüchow-Dannenberg). Sein Grab ziert ein Grabstein des Bildhauers Klaus Müller-Klug.
 
Auszeichnungen
1964 Stipendium "Prosaschreiben" des Literarischen Colloquiums Berlin 
1965 Förderpreis Nordrhein-Westfalen 
1969/1970 Fellow des International Writers Workshop der University of Iowa City, USA 
Mehrfach Stipendiat des Senats der Berliner Künste 
1972 das Förderstipendium des Berliner Kunstpreises 
1972-1973 Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom 
1977 Bremer Literaturpreis 
1978/1979 Stadtschreiber von Bergen-Enkheim 
1979 Rainer-Maria-Rilke-Preis für Lyrik 
2005 Peter-Huchel-Preis 

Born war Mitglied des Deutschen P.E.N.-Zentrums, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz (die u. a. maßgeblich an der Finanzierung des 2004 erschienenen Gedichtbandes beteiligt war), der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt und ab 1975 Mitglied der Jury des Petrarca-Preises.
 
Festredner bei der Verleihung des Literaturpreises Stadtschreiber von Bergen war Martin Walser