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Wilhelm Genazino

Wilhelm Genazino

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1996/1997    Wilhelm Genazino

Wilhelm Genazino (* 22. Januar 1943 in Mannheim) wuchs in einfachen Verhältnissen in seiner Heimatstadt Mannheim auf. Nach dem Abitur und einem Volontariat bei der Rhein-Neckar-Zeitung studierte Genazino Germanistik, Philosophie und Soziologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Nach Abschluss arbeitete er als freier Journalist und Redakteur. Er war u. a. bis 1971 Redakteur bei der Frankfurter Satire-Zeitschrift Pardon und von 1980 bis 1986 Mitherausgeber der Zeitschrift Lesezeichen. Seit Anfang der 1970er Jahre erwirbt er seinen Lebensunterhalt als freiberuflicher Schriftsteller.

Seit 1970, mit einer kurzen Unterbrechung in Heidelberg, lebt er in Frankfurt am Main. 1997/98 hatte Genazino eine poetologische Gastdozentur an der Universität Paderborn inne. Er erhielt u. a. 1990 für seinen Roman Der Fleck, die Jacke, die Zimmer, der Schmerz den Literaturpreis der Stadt Bremen, 1995 den Solothurner Literaturpreis, 1996 den Berliner Literaturpreis und den Stadtschreiber-Preis von Bergen, 1998 den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 2001 den Kranichsteiner Literaturpreis für sein Gesamtwerk und 2003 den Kunstpreis Berlin. 2004 erhielt er den bedeutendsten deutschen Literaturpreis, den mit 40.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, in der er seit 1990 Mitglied ist. Im Wintersemester 2005/06 hielt er an der Frankfurter Universität die Poetik-Vorlesungen unter dem Titel „Die Belebung der toten Winkel“.

Genazino wurde in den späten 1970er Jahren bekannt durch seine Abschaffel-Trilogie über das Innenleben eines isoliert lebenden kleinen Angestellten. In seinen Erzählungen und Essays greift er einzelne Bilder aus dem unscheinbaren Alltag heraus und beschreibt sie minutiös. Seine Beschreibungen resultieren aus einer zeitlich gedehnten Betrachtung von konkreten Einzelheiten. Auf diese intensive Art der Wahrnehmung bezieht sich der Titel seines Essays Der gedehnte Blick. Neben seinen Romanen hat er auch zahlreiche Hörspiele verfasst.

Auszeichnungen

1986 Westermanns Literaturpreis 
1990 Bremer Literaturpreis für Der Fleck, die Jacke, die Zimmer, der Schmerz 
1996-1997 Stadtschreiber von Bergen 
1998 Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste für Das Licht brennt ein Loch in den Tag 
2001 Kranichsteiner Literaturpreis des Deutschen Literaturfonds e.V. für sein Gesamtwerk 
2003 Kunstpreis Berlin („Fontane-Preis“ der Berliner Akademie der Künste - Literatur) 
2003 Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster 
2004 Autorenpreis der deutschsprachigen Theaterverlage beim Heidelberger Stückemarkt für Lieber Gott mach mich blind 
2004 Georg-Büchner-Preis 
 
Festredner bei der Verleihung des Literaturpreises Stadtschreiber von Bergen war György Dalos