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Günter Kunert
Günter Kunert

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1983/1984    Günter Kunert
Nach dem Besuch der Volksschule ist es Günter Kunert (* 6. März 1929 in Berlin) aufgrund der nationalsozialistischen Rassengesetze (jüdische Mutter) nicht möglich, eine höhere Schule zu besuchen. Nach Ende des 2. Weltkrieges studiert er in Ost-Berlin fünf Semester Grafik, bricht sein Studium dann jedoch ab. 1948 tritt er der SED bei. Er lernt Bertolt Brecht und Johannes R. Becher kennen. Er gehört 1976 zu den Erstunterzeichnern der Petition gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Daraufhin wird ihm 1977 die SED-Mitgliedschaft entzogen. 1979 ermöglicht ihm ein mehrjähriges Visum das Verlassen der DDR. Kunert lässt sich mit seiner Frau Marianne und sieben Katzen in Kaisborstel bei Itzehoe nieder, wo er bis heute als freier Schriftsteller lebt.

Kunert gilt als einer der vielseitigsten und bedeutendsten Gegenwartsschriftsteller. Neben der Lyrik sind es Kurzgeschichten (Parabeln) und Erzählungen, Essays, autobiographische Aufzeichnungen, Aphorismen, Glossen und Satiren, Märchen und Sciencefiction, Hörspiele, Reden, Reiseskizzen, Drehbücher, eine Vielzahl von Vor- und Nachworten zu Veröffentlichungen von anderen Autoren, Libretti, Kinderbücher, ein Roman und ein Drama und anderes mehr, die Kunerts kaum noch überschaubares schriftstellerisches Werk ausmachen. Auch als Maler und Zeichner ist Kunert hervorgetreten. In seinen Arbeiten nimmt er eine kritische Haltung zu Themen wie Fortschrittsgläubigkeit oder Nationalsozialismus ein.

Günter Kunert ist als Gegner der Rechtschreibreform Mitglied im Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege und Ehrenmitglied des Rates für deutsche Rechtschreibung e.V.
Kunert ist seit 2005 Vorstandspräsident des P.E.N.-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland.
 
Auszeichnungen
 
1962 Heinrich-Mann-Preis 
1973 Johannes-R.-Becher-Preis 
1979 Georg-Mackensen-Literaturpreis 
1980 Ehrengabe des Kulturpreises im Bundesverband der Deutschen Industrie 
1983/84 Stadtschreiber von Bergen 
1985 Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf 
1988 Dr.h.c. (Allegheny College, Pennsylvania, USA) 
1990 Mainzer Stadtschreiber 
1991 Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg 
1991 Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik 
1996 Hans-Sahl-Preis 
1997 Georg-Trakl-Preis 
1999 Prix Aristeion der Europäischen Union 
2005 Dr.h.c. (Juniata College Huntingdon, Pennsylvania, USA) 
2005 Dr.h.c. (Università degli Studi di Torino, Italien) 
 
Festredner bei der Verleihung des Literaturpreises Stadtschreiber von Bergen war Heinrich Albertz