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Helga M. Novak
Helga M. Novak

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1979/1980    Helga M. Novak
Helga M. Novak (Pseudonym für Maria Karlsdottir, * 8. September 1935 in Berlin-Köpenick) wuchs bei Adoptiveltern auf. Sie trat gegen den Willen der Eltern in die FDJ ein und besuchte eine staatliche Internatsschule in der Nähe von Berlin. Dort legte sie 1954 ihr Abitur ab. Anschließend studierte sie bis 1957 Journalistik und Philosophie an der Universität Leipzig. Sie übte verschiedene Tätigkeiten aus, u. a. als Monteurin, Laborantin und Buchhändlerin. 1961 ging sie nach Island, wo sie einen Isländer heiratete. Aus dieser später geschiedenen Ehe gingen zwei Kinder hervor. Novak arbeitete zeitweise in einer Fischfabrik und in einer Teppichweberei, unternahm daneben aber auch Reisen nach Frankreich, Spanien und in die USA. 1965 kehrte sie in die DDR zurück. Sie studierte am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig. 1966 wurde ihr wegen des Verteilens selbst vervielfältigter, regimekritischer Texte die DDR-Staatsbürgerschaft aberkannt. Sie hielt sich danach zuerst wieder in Island auf; 1967 ging sie in die Bundesrepublik Deutschland. Seitdem lebte sie zeitweise in Berlin, Jugoslawien und Frankfurt am Main. Seit 1987 ist sie im polnischen Dorf Legbad ansässig. Sie ist isländische Staatsbürgerin.

Sie begann als Verfasserin von politisch geprägter Lyrik, in der die massiven Eingriffe des ostdeutschen Staates ins Privatleben angeprangert werden; später erfolgte der Übergang zu realistischer Naturlyrik. Ihre Prosa ist anfangs dokumentarischer Natur; bedeutend sind ihre beiden autobiografischen Romane. Novak hat außerdem eine große Zahl von Hörspielen verfasst. Trotz ihres umfangreichen, von der Kritik überwiegend positiv bewerteten Werkes nimmt sie innerhalb der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur nach wie vor eine Außenseiterstellung ein.
 
Auszeichnungen
 
Helga M. Novak, die seit 1972 dem Verband Deutscher Schriftsteller und seit 1973 dem PEN-Zentrum der Bundesrepublik Deutschland angehört, erhielt u. a. folgende Auszeichnungen:
 
1968 Bremer Literaturpreis
1979 Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim
1985 Kranichsteiner Literaturpreis
1989 Roswitha-Gedenkmedaille der Stadt Bad Gandersheim und den Ernst-Reuter-Preis
1990 Marburger Literaturpreis
1993 Gerrit-Engelke-Preis
1994 Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung
1997 Brandenburgischer Literaturpreis
1998 Ehrengabe der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
2001 Ida-Dehmel-Literaturpreis
 
Festredner bei der Verleihung des Literaturpreises Stadtschreiber von Bergen war Dieter Lattmann