schreibmaschine_bearbeitet-1
Peter Rühmkorf
Peter Rühmkorf

http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Rühmkorf

1976/1977    Peter Rühmkorf
Peter Rühmkorf (* 25. Oktober 1929 in Dortmund; Pseudonyme: Leo Doletzki, Leslie Meier, Johannes Fontara, Lyng, John Frieder, Hans-Werner Weber, Harry Flieder, Hans Hingst) wuchs als Sohn der Lehrerin Elisabeth Rühmkorf, einer Otterndorfer Pastorentochter, in Warstade (heute Ortsteil der Stadt Hemmoor) bei Stade auf und machte am Athenaeum Stade 1951 sein Abitur. Er ist ein Patenkind von Karl Barth. Von 1951 bis 1958 studierte er Pädagogik, Germanistik und Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie in Hamburg. Sein ursprüngliches Studienziel, Volksschullehrer zu werden, gab er nach einigen Semestern auf, das Studium brach er nach einem unangenehmen Zusammenstoß mit Prof. Hans Pyritz ab. Zusammen mit dem Lyriker und Essayisten Werner Riegel gab er bis zu dessen Tod 1956 die hektographierte Zeitschrift Zwischen den Kriegen heraus, als zugleich lyrische und politische Plattform des "Finismus"; in der Rückschau eine der bedeutenden Heftreihen jener Jahre. Er war auch einer der Hauptschreiber im - für die junge widerständische Intelligenz der 1950er Jahren sehr bedeutsamen - Studentenkurier und in dessen Folge-Zeitschrift konkret.

Von 1958 bis 1964 arbeitet Rühmkorf als Verlagslektor im Rowohlt Verlag. Seither ist er freier Schriftsteller und Dichter in Hamburg. Er erhielt zahlreiche literarische Preise und war häufig Gastdozent an deutschen und internationalen Universitäten. Immer wieder trug Rühmkorf seine eigenen Gedichte öffentlich vor (z.T. mit der Jazz-Begleitung von Michael Naura und Wolfgang Schlüter; vgl. Kein Apollo-Programm für Lyrik u.a.m.). In den 1960er Jahren arbeitete Rühmkorf auch als Dramatiker, die drei damals entstandenen Theaterstücke waren jedoch - nicht zuletzt wegen tagespolitischer Konstellationen in beiden Teilen Deutschlands - wenig erfolgreich.

Gastdozent u.a. an den Universitäten Austin, Texas (1969/70), Essen (1977), Frankfurt/M. (1980) und Paderborn (1985/86).
Mitglied des P.E.N. sowie der Akad. der Künste, Berlin, der Dt. Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt, und der Freien Akademie der Künste, Hamburg

1964 heiratete er die Psychologin Eva-Marie Titze, die unter dem Ehenamen Eva Rühmkorf als Leiterin einer Strafanstalt, Gender- und Kultuspolitikerin und als Ministerin in Schleswig-Holstein arbeitete. Mit ihr lebt er heute in Oevelgönne am Hamburger Elbufer.

Zu seinem 75. Geburtstag (2004) zeigte das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg eine Ausstellung zu Werk und Leben ( Rühmkorf Revue - Ein Bilderbogen zum 75sten) mit ca. 850 Exponaten, die Einsicht in das umfangreiche Privatarchiv des Dichters gaben.
 
Auszeichnungen
 
1958 Hugo-Jacobi-Preis 
1964 Stipendiat der Villa Massimo in Rom 
1976 Stadtschreiber von Bergen 
1976 Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 
1979 Erich Kästner Preis für Literatur der Erich Kästner Gesellschaft 
1979 Literaturpreis der Stadt Bremen 
1979 Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis 
1980 Alexander-Zinn-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg 
1984 Heinrich-Heine-Ehrengabe der Stadt Düsseldorf 
1987 Documenta-Schreiber 
1988 Heinrich-Heine-Preis (DDR) 
1986 Arno Schmidt Preis 
1989 Ehrenpromotion durch die Justus-Liebig-Universität Gießen 
1993 Georg-Büchner-Preis 
1993 Justinus-Kerner-Preis der Stadt Weinsberg 
1994 Medaille für Kunst und Wissenschaft der Freien und Hansestadt Hamburg 
1994 Plakette für das Jahr 1993 der Freien Akademie der Künste Hamburg 
1996 Preis der Bestenliste des Südwestfunks(SWF) 
1996 Walter-Hasenclever-Literaturpreis 
1999 Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen 
2000 Carl-Zuckmayer-Medaille in Anerkennung der Verdienste um die deutsche Sprache 
2000 Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritsche Literatur 
2000 Johann-Heinrich-Voß-Preis für Literatur 
2002 Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik 
2003 Nicolas Born-Preis des Landes Niedersachsen 
2005 Erik-Reger-Preis der "Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz

Festredner bei der Verleihung des Literaturpreises Stadtschreiber von Bergen war Walter Jens